Stiftung St. Vincenzhaus schafft neues inklusives Wohnprojekt in Cloppenburg

„Miteinander leben“: 21 Apartments für junge Erwachsene mit und ohne Unterstützungsbedarf

Mit dem neuen inklusiven Wohnprojekt „Miteinander leben“ realisiert die Stiftung St. Vincenzhaus in der Osterstraße in Cloppenburg ein zukunftsweisendes Modell für gemeinschaftliches und selbstbestimmtes Wohnen. Kurz vor der Fertigstellung des Gebäudes nimmt das Projekt konkrete Formen an: Ab dem 1. August 2026 sollen hier vor allem junge Erwachsene mit unterschiedlichen Lebensbiografien gemeinsam wohnen, voneinander lernen und soziale Teilhabe aktiv erleben.

„Miteinander leben“ verfolgt das Ziel, Inklusion im Alltag erlebbar zu machen und jungen Menschen eine echte Perspektive für ein eigenständiges Leben zu bieten. Das Projekt verbindet sozialpädagogische Begleitung mit eigenständigem Wohnen und schafft damit ein innovatives Modell.

„Mit diesem Projekt schließen wir eine wichtige Lücke in Cloppenburg. Junge Menschen mit Unterstützungsbedarf brauchen nicht nur Betreuung, sondern vor allem die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft“. Genau das ermöglicht ‚Miteinander leben‘. „Wir sind stolz darauf, mit diesem Modellprojekt neue Maßstäbe zu setzen und eine Strahlkraft weit über die Region hinaus zu entwickeln.“ – Dr. Sebastian Vaske (Stiftungsvorstand und Geschäftsführung Stiftung St. Vincenzhaus)

Gemeinschaft statt Ausgrenzung

Die Wohnstruktur sieht mehrere Apartments für junge Erwachsene mit und ohne Unterstützungsbedarf vor. Das Besondere an dem Konzept: Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf leben bewusst gemeinsam unter einem Dach. Ziel ist ein campusartiges Zusammenleben, das soziale Begegnung fördert, Vorurteile abbaut und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich werden lässt.

Begleitet werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch sozialpädagogische Fachkräfte, Heilerziehungspfleger*innen sowie verschiedene Fachdienste der Stiftung. Die Begleitung ist dabei ein optionales Angebot und richtet sich nach dem individuellen Bedarf der künftigen Mieter. Selbstverständlich kann ein Mietverhältnis auch ohne Betreuung geschlossen werden.

Antwort auf wachsenden Wohnraumbedarf

Mit dem Projekt reagiert die Stiftung auch auf einen zunehmenden Bedarf an kleinen, bezahlbaren und barrierearmen Wohnformen in Cloppenburg. Gerade junge Erwachsene mit Unterstützungsbedarf stehen nach dem Ende von Schule oder Jugendhilfe häufig vor großen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt.

Allein an der hauseigenen Förderschule der Stiftung verlassen jährlich zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Schule mit dem Wunsch nach einer möglichst selbstständigen Wohnform. Gleichzeitig fehlen passende Angebote, die sowohl Eigenständigkeit als auch notwendige Unterstützung ermöglichen.

Noch freie Apartments verfügbar

Es zeichnet sich aktuell eine große Nachfrage nach den Apartments ab. Dennoch stehen derzeit noch einzelne Ein- und Zweizimmerwohnungen zur Verfügung. Interessierte können sich für weitere Informationen und Bewerbungen an Anja Wienken (Immobilien und Versicherungen, Stiftung St. Vincenzhaus) wenden. Sie ist telefonisch unter 04471/8805-73 oder per E-Mail an wienken@vincenzhaus.de erreichbar.

Innenhof als Begegnungsraum

Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist der gemeinschaftliche Innenhof. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochabende, Gartenprojekte, Freizeitangebote oder Filmabende sollen das soziale Miteinander stärken und auch die Nachbarschaft aktiv einbinden.

Langfristig angelegtes Modellprojekt

Die Stiftung blickt auf mehr als 130 Jahre Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe zurück und betreut junge Menschen aus ganz Nordwestdeutschland.

Das Projekt „Miteinander leben“ soll langfristig als Modell für weitere inklusive Wohnformen dienen und neue Wege im sozialen Wohnungsbau aufzeigen.

Fakten zum Projekt auf einen Blick

  • Projektname: „Miteinander leben“
  • Standort: Osterstraße 73, 49661 Cloppenburg
  • Träger: Stiftung St. Vincenzhaus
  • Geplanter Start: 1. August 2026
  • 21 Apartments für:
    • junge Erwachsene mit Unterstützungsbedarf
    • Menschen ohne Unterstützungsbedarf; gerne mit beruflichen oder ehrenamtlichen Wurzeln im Sozial- und Gesundheitswesen.
  • Gemeinschaftsflächen mit Innenhof und Begegnungsräumen
  • Sozialpädagogische Begleitung durch Fachkräfte und Fachdienste der Stiftung St. Vincenzhaus
  • Modellcharakter für inklusive Wohnformen
  • Was bedeutet Unterstützungsbedarf?
    • Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, die alleine leben können (ggf. mit ambulanter Unterstützung)
    • Junge Menschen, die eine Anspruch auf Betreutes Wohnen nach den Bedingungen der Jugendhilfe haben
    • „Care Leaver“: junge Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in der stationären Kinder- und Jugendhilfe (Wohngruppen oder Pflegefamilien) verbracht haben und diese auf dem Weg in ein eigenständiges Leben verlassen haben

Bildunterschrift (v. l. n. r.): Katrin Niehaus (Stiftungsvorstand und stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung St. Vincenzhaus), Dr. Sebastian Vaske (Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Stiftung St. Vincenzhaus), Anja Wienken (Immobilien und Versicherungen, Stiftung St. Vincenzhaus), Sascha Heckmann (Gesamtleitung Wohnen, Stiftung St. Vincenzhaus) und Alina Nadrowski (Leitung Ambulante Hilfen, Stiftung St. Vincenzhaus).